2 + 2 = 5 | Blog von fabi3550

Schreck beim Dokumente-Scan

Veröffentlicht von fabi3550 am 08.02.2017

Ich musste gerade ein bisschen lachen. Wie halb NRW liege ich gerade mit einem grippalen Infekt flach und irgendwann fällt mir bei sowas dann immer die Decke auf den Kopf und ich muss irgendwas mit Zahlen machen. Es bietet sich also an, das letzte Jahr endgültig zu begraben, indem ich meine Steuererklärung mache. Das funktioniert allerdings nur, wenn ich meine Ablage 2016 auch fertig mache. Also ordnungsliebender Mensch (jedenfalls digital), scanne ich Dokumente wie z. B. Bescheide, Bescheinigungen, Rechnungen und Policen ein und lege sie nach einem perfiden System auf der Festplatte ab um auch viele Jahre später sehr gezielt nach Informationen suchen zu können.

Scannen ist eine sehr trostlose Angelegenheit. Man legt ein Dokument in den Vorlageneinzug, vergewissert sich, dass es gerade ausgerichtet ist, wendet sich dem Monitor zu und klickt auf einen Button, der die Beschriftung "Scannen" trägt. Noch schlimmer ist, dass mein Scanner nicht sonderlich schnell ist, das Dokument im Zweifel trotzdem schief einzieht und manchmal durch ein komisches Einzugsrädchen Schlieren auf dem Scan zieht. Dies führt dann zwangsläufig dazu, dass ich das Dokument noch einmal einscannen muss, bis alles seine Richtigkeit hat. Und ja, ich gehe mir mit dieser Genauigkeit manchmal selber auf die Nerven.

Ich will eigentlich nur darauf hinaus, dass es gut ist, wenn man während des Scannens noch irgendwas hat, womit man sich beschäftigen kann. In der rudimentären Form sind das Youtube-Videos, die eine einigermaßen interessante Information transportieren. Ein guter Ansatz dafür sind die Talks, die alljährlich auf dem Chaos Communication Congress gehalten werden.
Gerade war ich auf der Suche nach einem bestimmten Talk, als mir in einer Videoüberschrift der Name David Kriesel auffällt. David Kriesel? Ist das nicht der, der diesen saugenialen Talk über Spiegel-Mining auf dem diesjährigen 33C3 gehalten hat? Japp!

Während mein Scanner also eine Seite nach der anderen einzieht, klicke ich das Video an und lese im Untertitel: "Traue keinem Scan, den du nicht selbst gefälscht hast". Das Thema des Talks sind Xerox-Scanner, die in 2015 wohl mehrheitlich das Problem hatten, durch eine bestimmte Patternrecognition im Bildkomprimierungsalgorithmus stumpf Zahlen und Buchstaben zu verändern. Super Video, richtig gut vorgetragen (ich mag ja Leute, die unterhaltend Reden können) und deshalb absolut sehenswert. Parallel habe ich meinen Stapel fertig gescannter Dokumente mit viel Misstrauen beäugt :-)

Anseh-Befehl!


Quelle: Youtube


Smashing Pumpkins - The Everlasting Gaze

Veröffentlicht von fabi3550 am 30.01.2017

Gerade beim Laufen mal wieder ein paar Sachen von den Pumpkins auf den Ohren gehabt und von deren Großartigkeit begeistert gewesen. Schön uptempo ist the everlasting gaze von Machina/The Machines Of God mit dieser Gänsehautstelle:

We all want to hold in the everlasting gaze
Enchanted in the rapture of his sentimental sway
But underneath the wheels lie the skulls of every c.o.g.
The fickle fascination of an everlasting god
You know I'm not dead

Quelle: Youtube


How to get virtual completely

Veröffentlicht von fabi3550 am 28.01.2017

Vor einigen Jahren habe ich mir ein Ultrabook gekauft. Es ist ein Lenovo IdeaPad U430 mit i7 Prozessor, das ich bis heute mit großer Freude nutze. Natürlich ist da Windows drauf vorinstalliert gewesen und mein fester Vorsatz, gleich nachdem ich auf BESTELLEN geklickt hatte, war, dass die Windows Installation runterfliegt und ich mir Fedora installiere, meine Lieblings-Linuxdistribution. Natürlich kommt immer alles anders als man denkt und sowohl die Bootzeiten als auch die ziemlich gut aufeinander abgestimmte Windows 8.1 Oberfläche ließen mich dann doch zögern und das Windows erstmal auf der Platte.

Mittlerweile bin ich ziemlich genervt von Microsofts Updatezwängen. Ich habe keine Lust mir vorschreiben zu lassen, welche OS-Version ich zu benutzen habe und auch wenn der Großteil de Menschen Windows 10 umgänglicher findet als Windows 8.1, heißt das für mich noch lange nicht, dass ich das auch so sehe.
Hinzu kommt noch die Angreifbarkeit von Windows-Maschinen und diverse Software aus dem Windows Store, die einfach nur schlimm ist. Metrotwit ist das so ein Beispiel, aber auch der klassische Mailclient, der eigentlich überhaupt keine vernüftigen Funktionen bietet. Kurz gesagt: Ich steige jetzt doch um auf Fedora und das ist gar nicht mal so leicht, wie ich feststellen musste. Der Pferdefuß ist nämlich, dass ich mir mittlerweile ein paar Office Lizenzen gegönnt habe und zum Beispiel auch mein Druckertreiber nicht unter Linux läuft. Das sollte aber eigentlich kein riesiges Problem sein, denn wenn was nicht geht, virtualisiert man sich eben Windows und startet die VM, wenn man bestimmte Software benötigt.

Fedora ist sehr restriktiv, was den Umgang mit unfreier Software angeht und bringt zu Virtualisierungszwecken gleich ein eigenes Tool mit - Boxen (engl. gnome-boxes). Ich nehme an, so soll die Zuhilfenahme von VirtualBox verhindert werden, was auch - ich hab das mal probiert - unter der aktuellen Fedora 25 echt bescheiden läuft. Nehme ich also Boxen.

Eine ISO Datei bekommen

Ich scheiterte erstmal daran, die bestehende Windows-Installation überhaupt irgendwie auf ein Medium zu bekommen. Das letzte Mal als ich sowas gemacht habe, konnte man sich aus der bestehenden Installation eine Recovery DVD bauen. Die konnte man dann booten und so seine Grundinstallation wiederherstellen. Heute ist das mit diesem Internet etwas anders gelöst, wie ich erstaunt feststellte. Man lädt sich Windows einfach von der Microsoft Seite herunter. Man bekommt eine iso-Datei, die sich problemlos auf einen USB-Stick laden oder auf einen DVD brennen kann. Ab da kann von diesem Medium gebootet werden. Eigentlich logisch. Das Teure an der Windows Installation ist ja der Product Key. A propos, wo ist der eigentlich genau?

Der Produktschlüssel - Nie da wo man ihn braucht

Üblicherweise ist der Product Key von Windows, der zur Installation benötigt wird, auf der Unterseite des Gerätes aufgeklebt, auf dem Windows auch installiert ist. War bei mir natürlich nicht der Fall. Ich habe auch keinen Schimmer, wo die Unterlagen oder die Verpackung des Laptops ist, denn eigentlich müsste der Key dort aufgeklebt sein. Glücklicherweise findet man ihn auch in der Windows Registry. Dort wird er mehr oder weniger verschlüsselt abgelegt und es gibt mittlerweile eine handvoll Tools, die ihn in Sekunden auslesen und als Textdatei abspeichern. Gesagt, getan. Schon hatte ich meinen Product Key und die iso-Datei.

Wäre da nicht 'enhanced security'...

Der Verweis in 'Boxen' auf die iso Datei ist ein Kinderspiel. 'Boxen' schlägt dann ein paar Parameter für Arbeitsspeicher und Festplattenkapazität vor und schon kann es losgehen... nicht. Eine Meldung 'Starting Windows failed' zerstörte meine Träume einer problemlosen Installation. Die Meldung kam eindeutig aus 'Boxen' und nicht schon aus der Windows-Installationsroutine. Ich habe dann 'Boxen' mal per Befehl

gnome-boxes

aus dem Terminal heraus gestartet und es wurden ein paar unkritische Warnungen bezüglich gstreamer und irgendwelcher Video-Probleme gemeldet. Da ich da erstmal keinen Zusammenhang gesehen habe, bin ich das logging weiter durchgegangen und sah, dass die kritische Warnung eine SELinux-Meldung war. Irgendwas mit AVC. Scheint eine Sicherheitsroutine zu sein, die warnt, wenn kritische Kerneloperationen aufgerufen werden. Ich habe temporär mal die Holzhammer-Methode genommen und SELinux (sprich: Security enhanced Linux) direkt deaktiviert. Das kann man machen unter

/etc/selinux/config

Dort ist ein Parameter SELINUX, den man von enforced auf disabled stellt. Das hier ist keine offizielle Empfehlung dafür. Das geht sicher auch eleganter, aber ich wollte erstmal geschmeidig ins Ziel. Tatsächlich ließ sich Windows danach fast problemlos installieren. Aber nur fast.

Da ist noch dieses 32-bit/64-bit Problem

Der Leser sollte wissen, dass ich das natürlich nicht alles an meinem Laptop ausprobiert habe. Ich hab hier noch eine alte Linux-Kiste rumstehen, die sich für solche Experimente anbietet. Da gibt es halt nur das klitzekleine Problem, dass da ein 32-bit-Prozessor eingebaut ist und mein Laptop auf 64-bit läuft. Kurz bevor ich meine Tastatur mit meiner Stirn zerschlagen und den Monitor aus dem Fenster werfen wollte, fiel mir auf, dass ich auf der Experimentekiste auch eine 32-bit Version von Windows 8.1 benötige, da die Installation sonst nicht funktionieren kann. Jetzt aber, meine Damen und Herren, sind alle Probleme gelöst und es kann an die Installation auf meinem Laptop gehen.
Aktuell ziehe ich noch das Backup. Für Montag ist dann der "Umzug" geplant.


Menschen, die auf Compiler starren

Veröffentlicht von fabi3550 am 27.01.2017

Ich ärgere mich seit 2012, dass es in Minden keinen vernünftigen Hackerspace oder etwas in der Richtung gibt. Es fehlt ein Ort, an dem man sich zurückziehen kann, wo es WLAN gibt und wo man zusammen mit anderen coden oder rumnerden kann. Um gleichartige Wesen zu treffen, muss man entweder nach Bielefeld oder Hannover fahren, was einfach zeitaufwändig ist und jegliche Spontaneität tötet.

Nun bin ich ja Realist und weiß, dass das in Zukunft auch so bleiben wird. Ich will aber nicht unerwähnt lassen, dass ich bereits 2012 in die Mailingliste vom CCC angefragt habe, ob es Interessenten gibt, die evtl einen Hackerspace im Raum Minden-Lübbecke gründen möchten. Es gab exakt zwei Antworten. Wenn ich mich recht entsinne, kamen beide Kontakte aus Städten, die mehr als 20 km entfernt sind. Ich habe das Thema damals nicht weiter verfolgt, aber...

Das bedeutet ja nicht, dass man sich mit Gleichgesinnten nicht anderweitig treffen kann. Zusammen mit einem langjährigen Twitter-Kontakt, will ich probieren, ein paar programmierfreudige oder andersweitig technikbegeisterte Menschen aufzuspüren, um mal abzuklopfen, ob man nicht vllt doch interessante Synergien erzeugen kann. Terminlich hatten wir uns das wie folgt überlegt:

Donnerstag, 09.02.2017, 19 im Uhr Hamburger Hof in Minden

Um zahlreiches Erscheinen wird gebeten. Supercool wäre, wenn ihr eine kleine Botschaft auf Twitter (@fabi3550) oder hier unter blog - ät - fabi3550.org hinterlasst.


Einstürzende Neubauten - Sabrina

Veröffentlicht von fabi3550 am 19.01.2017

Bekennender Neubauten-Fan bin ich schon länger. Das bedeutet, dass man idR nicht nur auf die kommerziell erfolgreichen Sachen steht. Sabrina ist sicher eines der erfolgreicheren Stücke, das man sich aber auf jeden Fall mal angehört haben sollte. Neben der Tatsache, dass es ein unglaublicher schöner Song mit einem typischen Blixa Bargeld-Text ist, finde ich das Video auch sehr gelungen.

Quelle: Youtube


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